BEHANDLUNGSVERFAHREN/ -METHODEN: (MOTORISCHES) SCHREIBTRAINING FÜR ERWACHSENE MIT EINGESCHRÄNKTER HANDFUNKTION

Viele Menschen, die unter den Folgen einer neurologischen, orthopädischen oder rheumatischen Erkrankung leiden, erleben Schwierigkeiten beim Schreiben. Ein steifes Handgelenk, geschwächte Daumenmuskeln oder Schwierigkeiten der Fingerkoordination sind einige Ursachen, die Einfluss auf die Schreibmotorik haben. Einen Stift wie gewohnt halten und über das Schreibpapier zu führen, kann zur Herausforderung werden, wenn beispielsweise eine wichtige Information mal eben als kurze Notiz festgehalten werden soll oder die Unterschrift im Alltag gefordert ist.

 

Beim motorischen Schreibtraining handelt es sich nicht um Schreibunterricht, wie der Begriff vielleicht den Eindruck erweckt. Es ist ein großer Unterschied, ob Sie die (damals) in der Schule geforderte „Schönschrift“ üben oder ob Sie die zum Schreiben notwendigen Handgriffe, die passende Kraftdosierung und entsprechende Bewegungen trainieren wollen. Im Laufe des Lebens haben Sie schließlich einen ganz charakteristischen Schreibstil entwickelt. An diesem werden wir anknüpfen, denn das Schreiben von Buchstaben und Wörtern im Sinne der Schulschrift brauchen Sie nicht mehr neu erlernen.

 

Motorisches Schreibtraining basiert auf dem Training der sensomotorischen Fähigkeiten für flüssige Schreibbewegungen und Schreibtempo. Ziel ist also, Schwierigkeiten abzubauen, die Sie am automatisierten Schreiben hindern, und gleichzeitig vorhandene Fähigkeiten der Schreibmotorik zu erkennen und vor allem zu nutzen.

Sollten sich die Funktionen der gewohnten Schreibhand nicht erholen, trainieren wir mit Ihnen das Schreiben mit der anderen Hand. Unabhängig davon, ob Sie es vorziehen mit der linken oder rechten Hand zu schreiben, wir stellen Ihnen verschiedene Schreibstifte, Stiftadaptionen und Übungsmaterialien zur Verfügung, die Sie je nach Erholungsphase einsetzen können.